Ausstellungstitel – „Die Traumwelt von Thea Weltner“
Quelle: Chronik in Weiss, Thea Weltner, 1917 - 2001
Thea Weltner erblickte das Licht der Welt am 24. April 1917 in Jihlava, damals noch eine Stadt in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In Jihlava, seit 1918 eine tschechoslowakische Stadt, verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend, ähnlich wie einige Jahrzehnte zuvor ihr Verwandter Gustav Mahler. Genauso wie er verließ sie als Erwachsene diese Stadt und das Schicksal führte sie an verschiedene Orte der Welt.
Nach dem Abitur auf dem Gymnasium in Jihlava studierte sie ab 1935 Philosophie an der Karlsuniversität in Prag. In der unruhigen Atmosphäre Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts schloss sie ihr Studium jedoch nicht ab; in den Jahren 1936-1937 besuchte sie die Modedesignerschule in Prag. In den darauffolgenden Jahren widmete sie sich außer dem Modedesign auch dem Entwerfen von Möbel und historischen Kostümen.
Ihre jüdische Herkunft, traumatisierende Kriegserlebnisse, als ihre ganze Familie starb, sowie ein nicht abgeschlossenes Philosophiestudium hatten insgesamt einen großen Einfluss auf ihre spätere künstlerische Entwicklung und ihr Schaffen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie in die Modewelt zurück, und zwar zuerst in Prag, ab 1948 in Deutschland. Dieses Land verließ sie bereits im darauffolgenden Jahr und verbrachte die nächsten 17 Jahre in Australien, wo sie sich dem Modedesign und Malerei widmete. 1966 kehrte sie nach Europa zurück und ließ sich in der Schweiz nieder. 1973-74 studierte sie auf der Zürcher Hochschule der Künste. Sie nahm an einigen gemeinsamen Ausstellungen Züricher Künstler teil; ihre zart umhüllten Werke erweckten bald auch über die Grenzen hinaus die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Im Jahr 1979 wurde sie in die Gesellschaft Schweizerischer Mahler, Bildhauer und Architekten /GSMBA/ aufgenommen. Das Ende der 70er Jahre bedeutete den Anfang einer mehr als zwanzigjährigen ausdrucksvollen künstlerischen Tätigkeit. Thea Weltner schuf nicht nur Werke im Rahmen verschiedener Ausstellungen, sondern beteiligte sich auch als Bühnenbildnerin an mehreren Theaterstücken, Projekten und Performances /z.B. 1983 das Projekt „Goldenes Wasserwerk in NY“/. Für das Schaffen von Thea Weltner charakteristisch sind vor allem die bereits erwähnte Fragilität und umhüllendes Geheimnis, genauso wie die Präferenz der weißen Farbe und fast vollkommene Absenz anderer Farben. Thematisch überwiegen Existenzfragen, die Zukunft der Menschheit, das Ende bzw. das mögliche Ende der Welt, aber auch Fragen der Kulturpolitik und viele andere Themen, die auch heute noch aktuell sind und auf ihre Beantwortung oder auf weitere Fragen warten.
Thea Weltner starb am 17. Mai 2001 in Zürich, 2003 wurde ihr In Memoriam der Preis der Stadt Jihlava verliehen. Die Ausstellungsobjekte stammen aus ihrem Nachlass. Nach ihrem ausdrücklichen Wunsch wurden sie ausgerechnet im Gustav Mahler-Haus platziert. Weitere Werke befinden sich in der Nationalgalerie in Prag, im Kunsthaus in Zürich, in der Kunstbibliothek Staatlicher Museen zu Berlin oder in Privatsammlungen in Europa und in den USA.
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